Was kann ich mir zu Weihnachten wünschen? 40 Ideen für 2026

·Wishpicks Redaktion
Schwibbogen und Tageslichtlampe auf der Fensterbank eines Altbaus im Novemberlicht, davor Wollfilz-Hausschuhe, draußen eine Futtersäule am Balkongeländer

Mit acht Jahren ist die Sache einfach. Drei Zeilen auf einen Zettel, krakelig, das Teuerste zuerst, abends auf die Fensterbank gelegt. Man weiß bis auf die Farbe genau, was man will.

Zwanzig Jahre später tippt man die Frage ins Suchfeld: „Was kann ich mir zu Weihnachten wünschen?“ Zurück kommen Produktlisten. 55 Ideen. 99 Ideen. 150 Ideen für jedes Budget. Man scrollt bis Position 40 und behält nichts davon, weil die Frage ja nie war, was es alles gibt. Sie war, was davon zu dir gehört.

Ganz oben auf der deutschen Wunschliste steht dabei gar kein Gegenstand. Erlebnisgeschenke führen mit 28 Prozent, dahinter kommen Geldgeschenke (27 Prozent) und Reisen (26 Prozent). Technik und Schmuck, also die Dinge zum Auspacken, tauchen erst mit je 17 Prozent auf. Befragt hat Appinio dafür im September 2025 im Auftrag von mydays 1.000 Menschen zwischen 18 und 65 Jahren.

Ein Wunschzettel ist also eine Selbstauskunft. Er hält fest, wie dein Jahr gelaufen ist und was du im nächsten vorhast. Deshalb stehen hier erst zwei Kapitel darüber, wie du deine eigenen Wünsche findest. Danach kommen 40 Ideen mit Preisangaben, sortiert nach der Art von Wunsch statt nach Budget.

Warum fällt dir zu Weihnachten nichts ein?

Weil Wünsche im Alltag entstehen und dort auch wieder verschwinden. Wer sie nicht mitschreibt, steht im Dezember mit leerem Kopf und drei Tagen Vorlauf da.

Buch darüber führt kaum jemand. Nur 16 Prozent der Menschen in Deutschland führen das ganze Jahr über eine Geschenkeliste — erhoben von Bitkom Research im Herbst 2025 unter 1.002 Personen ab 16 Jahren. Und das sind die Leute auf der Geberseite, die aktiv nach Ideen suchen. Wer nur beschenkt wird, schreibt meistens überhaupt nichts mit.

Dabei produzierst du das ganze Jahr über Belege für deinen eigenen Geschmack, führst sie nur nie an einem Ort zusammen. Den Warenkorb, den du dreimal gefüllt und wieder geleert hast. Den Screenshot aus dem August, den du längst nicht mehr zuordnen kannst. Die Leiter vom Nachbarn, seit vier Jahren. Den Satz „ich müsste mal“, den du diesen Herbst schon viermal gesagt hast.

Nur liegen diese Spuren an lauter verschiedenen Orten, und keiner davon heißt Wunschzettel.

Dazu kommt das bekannte Unbehagen, Geschenkwünsche überhaupt zu äußern. Warum das Teilen einer Liste niemanden gierig macht, steht ausführlich im Ratgeber über Geschenke koordinieren in der Familie. Der häufigere Grund ist aber viel banaler: Du weißt es schlicht nicht mehr.

Wie findest du heraus, was du dir wirklich wünschst?

Nicht durch Nachdenken, sondern durch Nachsehen. Bestellhistorie, geliehene Geräte und die Dinge, über die du dich täglich ärgerst, ergeben zusammen die ehrlichste Wunschliste, die du haben kannst.

Vier Durchgänge, die zusammen keine halbe Stunde dauern:

Das Ärger-Inventar. Geh einmal durch die Wohnung und notiere, was dich beim Benutzen nervt. Die Pfanne, an der alles klebt. Der Schirm, der beim zweiten Windstoß umklappt. Unromantische Methode, aber sie liefert in zehn Minuten fünf Einträge, die garantiert benutzt werden.

Der Leih-Test. Alles, was du dir regelmäßig ausleihst, ist ein Wunsch. Bohrmaschine, Raclette, Dachbox, großer Koffer. Niemand leiht sich Dinge, die er nicht braucht.

Die abgebrochenen Warenkörbe. Schau in die Bestellhistorien deiner drei meistgenutzten Shops und such nach dem, was du angesehen und dann doch gelassen hast. Der Preis war der Grund, nicht das Interesse. Genau dafür sind Geschenke da.

Die Januar-Frage. Kaufst du dir das im Januar sowieso selbst? Dann streich es. Solche Einträge belegen nur den Platz von etwas, das du dir nie gönnen würdest.

Fürs frühe Anfangen spricht dieselbe Appinio-Erhebung. Damit ein Geschenk in Erinnerung bleibt, braucht es vor allem persönliche (56 Prozent) oder emotionale Bedeutung (50 Prozent). Auf Platz drei folgt ein Kriterium, das mit dem Gegenstand selbst gar nichts zu tun hat: dass er schon lange auf dem Wunschzettel gestanden hat (45 Prozent). Ein Wunsch, den du seit dem Sommer mit dir herumträgst, wird im Schnitt also ein besseres Geschenk als einer, der dir am 20. Dezember einfällt.

Deshalb ist eine Liste, die das ganze Jahr offen liegt, praktischer als ein Zettel im Advent. Bei Wishpicks fügst du einen Link ein, und Name, Bild und Preis werden erkannt; Wünsche ohne Link, also ein Kurs, ein Wochenende, ein Zuschuss, kannst du genauso eintragen. Nach ein paar Monaten liest sich das Ergebnis wie ein Geschmacksprofil.

Wunschzettel für 2026 anlegen

Fünf Einträge genügen, um zu sehen, wohin dein Geschmack dieses Jahr zeigt. Nachlegen kannst du bis Heiligabend.

40 Ideen für den Wunschzettel 2026

Zu wenig Auswahl hatte bei dieser Frage noch niemand. Deshalb ist die Sammlung hier nach der Art von Wunsch sortiert und nicht nach Preis: Preisstufen helfen den Schenkenden, dir beim Wiedererkennen helfen sie nicht. Die Preise sind Größenordnungen aus dem deutschen Handel, Stand August 2026; bei Technik schwanken sie stark.

Gedacht ist die Sammlung für Erwachsene, es geht also um Geschenkideen für dich selbst und nicht um den Zettel ans Christkind. Die Ideen verteilen sich auf gut ein Dutzend Marken und Anbieter. Wie sich Wünsche aus verschiedenen Shops auf einer Wunschliste sammeln lassen, ohne für jeden Laden eine eigene Merkliste zu pflegen, steht in einem eigenen Text.

Das Upgrade: Dinge, die du hast, nur in schlecht

  1. Ein Regenschirm, der einen Januar am Bahnsteig übersteht. Knirps T.200 Duomatic, je nach Dessin rund 40 bis 65 Euro.
  2. Ein Kochmesser aus Solingen. Das Zwilling Pro mit 20-Zentimeter-Klinge gibt es ab rund 70 Euro, und es hält bei halbwegs vernünftiger Behandlung Jahrzehnte.
  3. Eine Eisenpfanne, die nicht nach zwei Jahren durch ist. De Buyer Mineral B, 28 Zentimeter, ab rund 64 Euro.
  4. Ein Fahrradschloss, an dem sich jemand die Zähne ausbeißt. Abus Bordo 6000/90, ab rund 62 Euro.
  5. Kopfhörer fürs Arbeitszimmer. Beyerdynamic DT 770 Pro mit 80 Ohm, ab rund 139 Euro. Kabelgebunden, schwer kaputtzukriegen, aus Heilbronn.
  6. Eine Handkaffeemühle. Timemore Chestnut C2, rund 70 bis 80 Euro. Der größte Sprung in der Tasse, den man für unter hundert Euro kaufen kann.
  7. Eine Regenjacke, die wirklich dicht ist. Hardshell von Vaude oder Schöffel, rund 120 bis 250 Euro.

Gegen die dunklen Monate

  1. Eine Tageslichtlampe. Beurer TL 45 Perfect Day, ab rund 80 Euro. Läuft von November bis Februar und steht den Rest des Jahres im Schrank. Reicht.
  2. Hausschuhe aus Wollfilz. Haflinger Everest Fundus, rund 70 Euro.
  3. Eine Decke aus Schurwolle. 60 bis 200 Euro, je nach Herkunft der Wolle.
  4. Ein Luftbefeuchter gegen Heizungsluft. 50 bis 120 Euro, und der Unterschied ist nach zwei Nächten an den eigenen Schleimhäuten zu merken.
  5. Eine Wärmflasche mit Strickbezug. 15 bis 35 Euro.
  6. Eine Futtersäule für den Balkon, dazu Winterfutter. 15 bis 40 Euro. Klingt nach Geschenk für die Großeltern, ist aber von Dezember bis März das bessere Fernsehen.

Erlebnisse mit Datum

  1. Karten für ein Heimspiel. Stehplätze liegen bei den meisten Bundesligisten zwischen 12 und 20 Euro.
  2. Eine BahnCard 25. 62,90 Euro in der 2. Klasse, ein Jahr lang 25 Prozent auf fast jedes Ticket.
  3. Eine Elferkarte für die Kletterhalle. Beim DAV-Kletterzentrum Siegerland kostet die Tageskarte für Gäste 17,50 Euro, die Elferkarte 175 Euro. Mitglieder der Sektion Siegerland zahlen 13 und 130 Euro.
  4. Eine Museums-Jahreskarte. Bei den Staatlichen Museen zu Berlin 25 Euro für Basic, 59 Euro für Classic.
  5. Ein Brotback- oder Barista-Kurs. 80 bis 150 Euro.
  6. Das Menü in dem Restaurant, das seit Monaten auf deiner Merkliste steht. 60 bis 140 Euro zu zweit.

Können statt Kaufen

  1. Ein Kurs an der Volkshochschule. Ein Keramikkurs an der Hamburger vhs kostet 68 Euro plus Material.
  2. Zehn Stunden Unterricht auf einem Instrument. An einer Musikschule 250 bis 400 Euro.
  3. Ein Fahrsicherheitstraining. Beim ADAC Schleswig-Holstein kostet das Pkw-Basis-Training 135 Euro für Mitglieder und 156 Euro für alle anderen.
  4. Ein Schrauberkurs für dein Fahrrad. 60 bis 120 Euro bei Werkstätten und Fahrradvereinen.
  5. Ein Fotokurs am Wochenende. 120 bis 250 Euro.

Verbrauchsgüter, die du dir selbst nie kaufst

  1. Ein Kaffee-Abo. Drei Monate von wechselnden Berliner Röstereien gibt es ab rund 60 Euro.
  2. Ein Gewürzset aus einer kleinen Manufaktur. 25 bis 45 Euro.
  3. Drei Sorten loser Tee aus einem richtigen Teeladen. 20 bis 40 Euro.
  4. Vier Tafeln handgeschöpfte Schokolade. 5 bis 12 Euro pro Tafel, und anders als bei der Weihnachtsschachtel aus dem Supermarkt weiß man hinterher, was man gegessen hat.
  5. Ein Notizbuch, das du tatsächlich benutzt. Leuchtturm1917 Medium A5, ab rund 20 Euro.
  6. Ein Rasierhobel aus Metall statt Systemrasierer. 40 bis 80 Euro, danach kosten die Klingen Cent-Beträge.

Gebraucht, repariert, weitergelebt

Gebraucht schenken ist längst kein Sparsignal mehr: 53 Prozent der Befragten können sich vorstellen, etwas Second Hand zu verschenken, und 47 Prozent begründen das damit, dass solche Geschenke einzigartiger sind. Erhoben hat das ebenfalls Appinio, im Auftrag von Sellpy und dem Handelsverband Deutschland, unter 1.000 Personen.

  1. Ein vergriffenes Buch. Über Antiquariatsportale 5 bis 30 Euro.
  2. Refurbished Technik. E-Reader, Tablet oder Telefon aus zweiter Hand, 150 bis 450 Euro.
  3. Eine Lampe aus den Siebzigern. Über Kleinanzeigen 30 bis 150 Euro.
  4. Deine Lieblingsschuhe neu besohlen lassen. Beim Schuhmacher je nach Sohle 55 bis 95 Euro.
  5. Eine Frühjahrsinspektion fürs Rad. 60 bis 120 Euro, im Dezember gebucht und im März eingelöst.

Das eine große Ding, auf das ein Umschlag zeigen kann

Geldgeschenke stehen bei 27 Prozent auf der Wunschliste, direkt hinter den Erlebnissen. Ein Umschlag ist also kein Armutszeugnis, solange klar ist, worauf er zeigt. Genau dafür ist der teuerste Eintrag auf deinem Zettel da: Er gibt vier Leuten die Möglichkeit, zusammenzulegen.

  1. Ein Digitalpiano. Yamaha P-145, ab rund 379 Euro.
  2. Ein ordentliches Akkuschrauber-Set. Bosch Professional GSR 18V-55 mit L-Boxx und zwei Akkus, ab rund 249 Euro.
  3. Eine neue Matratze. 300 bis 900 Euro. Das unspektakulärste Geschenk dieser Liste und das mit den meisten Nutzungsstunden.
  4. Ein Jahresbeitrag. Verein, Kletterhalle, Chor, Fitnessstudio: 250 bis 600 Euro.
  5. Drei Nächte irgendwo, mit dem Zug hin. 300 bis 600 Euro zu zweit.

Was gehört besser nicht auf den Wunschzettel?

Am 27. Dezember steht in vielen Wohnungen dieselbe kleine Sammlung herum: zwei Paar Socken in einer Farbe, die du nie gewählt hättest, eine Flasche Likör und ein Teelichthalter in Sternform.

Die Rangfolge der ungeliebtesten Geschenke ist erstaunlich stabil: Socken (29 Prozent), Alkohol (25 Prozent), Geschirr (19 Prozent), Dekoartikel und Süßigkeiten (je 18 Prozent), Weihnachtsartikel (17 Prozent). Gekauft wird genau das, wenn jemand nichts über dich weiß.

Socken sind dabei nicht das Problem. Ungefragte Socken sind es. Steht ein bestimmtes Paar mit Größe und Farbe auf deinem Zettel, wird daraus ein völlig normales Geschenk, über das sich niemand mehr lustig macht.

Was sonst besser wegbleibt:

  • Dinge für ein Hobby, das du noch gar nicht hast. Das Aquarellset bringt dich nicht zum Malen. Es bringt dir ein schlechtes Gewissen im Regal.
  • Wünsche, die nur gut klingen. Der Bildband über japanische Architektur, den du nie aufschlägst, ist Selbstdarstellung.
  • Zu viel auf einmal. Vierzig Ideen sind zum Aussuchen da, nicht zum Abschreiben. Zehn bis fünfzehn Einträge in unterschiedlichen Preislagen reichen völlig, alles darüber liest niemand zu Ende.

Wenn mehrere Leute auf dieselbe Liste schauen, lohnt sich außerdem eine Reservierung. Wer etwas übernimmt, klickt es an, die anderen sehen, dass es vergeben ist, und du selbst siehst nicht, wer was reserviert hat. Warum das mehr bringt als jede Absprache im Familienchat, steht im Ratgeber über doppelte Geschenke vermeiden.

Das Erlebnisgeschenk gewinnt, solange ein Datum dransteht

Ein Jahr nach Weihnachten hat man den Abend noch im Kopf und vom Pullover unter dem Baum höchstens die Farbe. In Zahlen: 72 Prozent der Beschenkten erinnern sich an ihre Erlebnisgeschenke aus dem Vorjahr, bei klassischen Sachgeschenken sind es 52 Prozent.

Der Abstand ist größer, als ich erwartet hätte, und beim Weiterverschenken wird er noch deutlicher. Erlebnisgeschenke werden nur von 9 Prozent weitergereicht, Zeitgeschenke und Reisen von je 7 Prozent. Bei Süßigkeiten sind es in derselben Erhebung 31 Prozent, bei Dekoartikeln 30.

Ein Freibrief ist das trotzdem nicht. Ein Erlebnis ohne Termin ist eine Absichtserklärung, und die verfällt zuverlässig. Diesen Teil kannst nur du erledigen: Schreib gleich dazu, wann du das machen willst. „Kletterhalle“ ist ein Wunsch. „Elferkarte, wir gehen ab Januar mittwochs“ ist eine Verabredung.

Und falls du zu den Leuten gehörst, die Erlebnisgeschenke schlicht nicht mögen: völlig in Ordnung. Die 28 Prozent von weiter oben sind ein Durchschnitt, kein Auftrag.

Was dein Wunschzettel über dein Jahr verrät

Leg zwei Listen nebeneinander, die von vor zwei Jahren und die von heute, und du siehst mehr, als dir lieb ist. Auf der einen stand ein Rennrad, auf der anderen steht eine Tageslichtlampe. Dazwischen liegen ein Umzug in eine dunklere Wohnung und ein Winter, den du unterschätzt hast.

Genau deshalb lohnt sich das Sammeln über Monate statt in einer Dezembernacht. Es geht nicht nur darum, dass deine Leute etwas Passendes finden. Es geht auch darum, dass du am Ende siehst, worauf du dieses Jahr eigentlich Lust hattest.

Wann der Zettel bei deinen Leuten liegen sollte, ist ein Thema für sich, und die Antwort fällt früher aus, als die meisten denken. Ein guter Teil der Weihnachtsgeschenke wird in der Black Week gekauft und nicht im Dezember; die Rechnung dazu steht im Wunschzettel für Black Friday.

Falls du bisher nur den Zettel ans Christkind kennst: was eine Wunschliste ist und worin sie sich davon unterscheidet, klärt der Grundlagenartikel. Wenn es schnell gehen soll, findest du unter Wunschliste erstellen die Kurzfassung in fünf Schritten.

Wenn auf deinem Zettel dieses Jahr drei Kurse und ein Paar Wollfilz-Hausschuhe stehen, dann ist das die Auskunft. Nächstes Jahr steht da vielleicht ein Digitalpiano.

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